Die Dos and Don’ts der Fahrradbeleuchtung

In diesen Tagen kurz vor dem Höhepunkt der dunklen Jahreszeit hatte ich auf Twitter mal wieder eine Diskussion mit jemandem der blinkender Beleuchtung von Radfahrenden das Wort redete.

Gut dachte ich mir, dann schreibe ich doch mal auf was man als Radfahrender bei der Beleuchtung so alles falsch machen kann, denn das ist erstaunlich viel. Erstaunlich häufig findet man auf Twitter auch Menschen die nicht StVO konformer bzw. zumindest grenzwertiger Beleuchtung das Wort reden.

Die Dos

Bei Dunkelheit oder an dunklen Tagen sollte man sein Fahrrad nur mit Beleuchtung nutzen

Zusätzlich sollte man dezent reflektierende Kleidung tragen, die insbesondere dann sichtbarer macht, wenn man angestrahlt wird. Ein Beispiel sind Leuchtstreifen an der Jacke oder reflektierendes Garn.

Optional ist auch ein zusätzliches Fernlicht mit dem man entgegenkommende Autofahrer darauf hinweisen kann dass sie ihres noch eingeschaltet haben praktisch. Insbesondere, wenn man häufig auf Landstraßen unterwegs ist.

Die Don’ts

Selbstverständlich sollte man nie mit einem unbeleuchteten Rad herumfahren!

Diese Aussage ist wohl so ziemlich als Einzige relativ unumstritten. Beim Versuch sich und ihr Rad zu beleuchten schießen dann aber viele weit über das Ziel hinaus.

Völlig unverständlich finde ich zu hoch eingestellte LED-Scheinwerfer, deren Lichtstrahl nie auf den Boden trifft. Gerade auf dunklen Wegen blenden diese entgegenkommende Radfahrer häufig stark.

Deshalb den normalen Frontscheinwerfer immer so einstellen, dass er nach einigen Metern auf den Boden trifft!

Damit sieht man übrigens auch selbst mehr als mit einem geradeaus eingestellten Licht. Für das optional montierte Fernlicht gilt das natürlich nicht. In diesem Fall denke ich, dass das Problem meist nur aus Unkenntnis existiert.

Bei denjenigen, die jedoch zusätzlich ihren Körper, Rucksack oder Helm beleuchten muss man hingegen davon ausgehen das dies bewusst erfolgt und somit als unerwünschte Nebenwirkung andere Radfahrende belästigt oder gar gefährdet.

Die StVO verbietet aus guten Grund dauerhaft blinkende Beleuchtung von Fahrzeugen. Das gilt natürlich auch für Fahrräder. Diese ist Einsatzfahrzeugen vorbehalten unter anderem deshalb weil diese den Blick der Menschen besonders auf sich zieht.

Die Beleuchtung der Menschen selbst an Kleidung, Stirn, Helm oder Rucksack unterliegt hingegen nicht der StVO, hat aber natürlich die selben Auswirkungen auf andere Verkehrsteilnehmer wie die fest am Rad montierte.

Ein Workaround der deshalb häufig angewandt wird um sich als Radfahrender trotzdem mit (eigentlich von der StVO verbotener) blinkender Beleuchtung auszustatten.

Diese belästigt jedoch andere oder gefährdet diese im Extremfall sogar.

Deshalb halte ich es für ein Gebot der Fairness keine Blinklichter zu verwenden!

Auch wenn es individuell sicher stark unterschiedlich ist wie sehr man in seiner Wahrnehmung der Umgebung von Vorausfahrenden mit solcher Beleuchtung beeinträchtigt wird, der vermeintliche Zugewinn an eigener Sicherheit geht immer mit einem Verlust der Sicherheit anderer einher.

Auch Helm oder Stirnlampen haben wie ich finde im Radverkehr nichts verloren, denn sie blenden vor allem auf dunklen Wegen immer den Begegnungsverkehr und werden nahezu nie in ihrer harmlosen Form als zuschaltbares Fernlicht eingesetzt sondern brennen dauerhaft.

Langer Rede kurzer Sinn, ich stehe zusätzlicher Beleuchtung, die nicht am Rad selbst montiert ist sehr kritisch gegenüber. Im Einzelfall kann ein zusätzliches dauerhaft leuchtendes Rücklicht an Rucksack Helm oder Jacke die eigene Sichtbarkeit erhöhen ohne andere zu beeinträchtigen. Auf mehr als das sollte man aus meiner Sicht jedoch aus Fairness den Anderen gegenüber immer verzichten.

Ich halte übrigens auch den Einsatz von Warnwesten im normalen Radverkehr aus ganz ähnlichen Gründen für wenig zielführend auch wenn dadurch Dritte in der Regel nicht unmittelbar belästigt werden. Sollten Radwege wirklich das Tragen von Warnwesten erfordern, dann gilt es diese schnellstmöglich in einen brauchbaren Zustand zu versetzen.

Transparenzhinweis: Ich selbst verwende ein Rad mit StVO konformer Beleuchtung die von einem Nabendynamo gespeist wird und nahezu immer leuchtet. An meiner Kleidung habe ich nur wenige dezente reflektierende Streifen, die mich sichtbarer machen wenn ich angestrahlt werde. Ein zuschaltbares Fernlicht besitze ich (noch) nicht.

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Announcing support for site-relations in OpenCampingMap

In most cases it is sufficient to map a camp-site as a closed way or multipolygon.

However, there are exeptions and this is what this feature is for.

On backcountry campsites there is often no well defined boundary. Thus it may be appropriate to map them as a node only.

This is where an additional site-relation comes in handy.

Such a facility may have two clearly related nodes tagged amenity=toilets and leisure=firepit which might even have an access=customers tag in addition to the tourism=camp_site node itself.

To explicitely map the fact that these 3 nodes are part of a single campsite a
relation tagged tourism=camp_site and type=site should be added containing all
three nodes.

Here is an example of such an object:
https://opencampingmap.org/#12/49.0690/7.8621/1/1/bef/node/3824691120

And this is how it looks like on osm.org:

Another example would be a case where amenities like toilets or showers are used by multiple facilities like a camp-site and a sport-center and are thus not located inside the closed way or multipolygon of the camp-site itself.

In this case again a relation tagged tourism=camp_site and type=site should be added which does contain the actual camp-site object as well as the related amenities.

Sometimes even the information desk is located outside the campsite polygon. No problem for the site-relation approach.

This said. Please do not use a site relation if all facilities are located inside the closed way or multipolygon tagged tourism=camp_site. In fact this is shown as a bug in https://opencampingmap.org/.

Another bug would be to add more than one object tagged tourism=camp_site to such a relation. Likely the correct mapping in this case would be a multipolygon containing two areas which might then optionally be part of a site-relation.

Happy campsite tagging!

My most wanted new features for osm2pgsql

In light of the upcoming virtual meetup on osm2pgsql I decided to write a short blogpost about the top five features I want to see in osm2pgsql.

  1. To be able to move my map localisation stuff from PostgreSQL stored procedures to the data import stage I will need the get_bbox() feature of the new flex output driver to also work for relations. The reason is, that I do geolocation aware transcription which would not be possible on relations without such a function. This will then hopefully recover my development of the German map style.
  2. The flex backend has a new feature which will allow to pass information from a relation to its members. Currently this works for ways only but would be very nice to have for nodes and relations as well. What I think about where such a feature will be handy is for rendering of site relations.
  3. There are many ways to import OSM data into PostgreSQL, but if the target database needs to be kept up to date with osm there are only two options left. These options are imposm and osm2pgsql.Unfortunately there are features which are not available on both applications. Currently imposm will need rougly half the storage size osm2pgsql uses for updating. The main reason for this is the usage of LevelDB which might also be an option for osm2pgsql.
  4. Another feature which imposm provides is support for generalized tables for rendering low zoom objects which would be nice to have in osm2pgsql as well.
  5. Finally I would like to see support for geometries to be stored in TWKB format which will help to further reduce the storage size of production databases.

Why development of German OSM Carto style is currently stuck.

I am the Maintainer of the German Style OSM Carto fork and operator of http://tile.openstreetmap.de for a couple of years now. Usually I try to follow upstream releases as fast as possible to make sure that the fork keeps as close to upstream as possible.

However, back in March OSM Carto v5.0.0 has been released which requires a reimport of the osm2pgsql database. As doing this is a lot of work for my small two-server setup maintained by a single person I decided to combine this reimport with a new Approach for map localization I have been thinking about for some time. The code is designed for the new osm2pgsql Flex Backend introduced by Jochen Topf in February. Unfortunately I did not look closely enough at the Flex Backends documentation. I missed the fact, that the get_bbox()function is currently not available on relations which would force me to disable localization for relations. I decided against doing this for now in the hope that Jochen will add this missing feature to his code soon. If this situation will persist till the end of the year I will likely have to think about another solution, but for now we will unfortunately just have to wait.

Der Verschwörungsmythos vom sogenannten Großen Austausch

Verschwörungsmythen, wie man Verschwörungstheorien besser nennen sollte, weil es sich dabei selbstverständlich nicht um falsifizierbare Theorien handelt sondern um Dogmen, deren Wahrheit für die Anhänger außer Frage steht, haben in Coronazeiten Hochkonjunktur.

Der Grund scheint zu sein, dass manche Menschen wirkliche Probleme damit haben zu akzeptieren, dass es viele Dinge gibt, die zufällig passieren und die gerade nicht irgendwelchen menschlichen Plänen folgen.

Nichts mit dem Thema Corona hat indes der Verschwörungsmythos vom „Großen Austauch“ zu tun, der im Umfeld der Neuen Rechten beliebt ist. Mit diesem bin ich diese Tage in Form eines anonymen, persönlich an mich adressierten Briefes in Berührung gekommen.

Dem Absender war es immerhin 80¢ und einen Briefumschlag Wert mir dieses Pamphlet ohne Absender persönlich zuzusenden. Mangels Absenderadresse daher also nun meine Reaktion in öffentlicher Form.

Ich Frage mich ernsthaft was der anonyme Absender als Reaktion darauf meinerseits erwartet. Sollte ich jetzt, weil mir meine selektive Wahrnehmung vielleicht sagt, dass ich Zitat: „in der Fußgängerzone“ zu viele Menschen mit Migrationshintergrund sehe, eine antipluralistische und menschenfeindliche Partei wie die AfD wählen?

Wer sich mit Geschichte ein wenig auskennt, der wird wissen, dass gerade Vermischung neue menschliche Kulturen hervor- und bestehende vorangebracht haben. Dass von Austausch keine Rede sein kann werde ich hier nicht weiter begründen. dazu finden sich für den geneigten Leser bereits viele seriöse Quellen im Netz.

Als nur ein gutes Beispiel von vielen sei der Blog des Beauftragten gegen Antisemitismus des Landes Baden-Württemberg genannt. Diesem habe ich im übrigen ganz im Sinne des Verfassers eine Kopie des Briefes weitergeleitet.

Schade, dass sich der Absender nicht zu erkennen gegeben hat. Ich wüsste nämlich allzu Gerne was Menschen dazu treibt solchen offensichtlichen Unsinn wie diesen Verschwörungsmythos auch noch für bare Münze zu nehmen. Wie alles bei den sogenannten Neuen Rechten ist natürlich auch dieser alles andere als neu.

Wie man die Qualität von Fernradwegen mit Hilfe von OSM und Brouter berechnet

Vor vielen Jahren habe ich mich in diesem Blog schon einmal über die Absurdität von ausgeschilderten Fernradwegen ausgelassen. Was sich seither geändert hat ist die Tatsache, dass es das Openstreetmap basierte Routingprogramm, dass ich mir damals gewünscht habe inzwischen gibt. Die Rede ist von Brouter. Eine Software von Arndt Brensched, die es sowohl als App für Android als auch als Web-Planungstool gibt.

Nun lese ich heute einen Tweet von Hanno Böck, der sich ebenfalls über solche Fernradwege beschwert.

Nachdem ich wie üblich bei solchen Fragen das Brouter Tool empfehle wird mir klar, dass Brouter vermutlich genau das was Hanno gern hätte leisten kann. Was man gerne hätte wäre ja so eine Art Qualitätsfaktor für Radrouten.

Nach einer kurzen Kommunikation mit Arndt wird klar, dass das ganz einfach ist. Man konfiguriert das Routingprofil für Trekkingrad so um, dass man die Behandlung der Fernradwege umkehrt.

Aus folgender Anweisung:

else if ( is_ldcr ) then 1

macht man einfach diese hier:

else if ( not is_ldcr ) then 10000

Nun deaktiviert man noch die Höhenkosten und fertig ist der Engine zur Berechnung der Qualität von Fernradwegen.

assign consider_elevation = false

Je kleiner der durchschnittliche Kostenfaktor im Brouter-Web um so besser ausgebaut ist die Radroute. Wer die beschriebenen Änderungen nicht selbst machen möchte kann sich unter https://home.geggus.net/score.brf das geänderte Profil runterladen.

Die deutsche Corona Warn App und die Datensparsamkeit

Leider gibt es in der Smartphonewelt nicht wirklich die Option ähnlich wie beim Desktop PC ein datensparsames Betriebssystem wie Debian GNU/Linux zu verwenden.

Die zweitbeste Lösung besteht darin ein Android auf Basis des Android Open Source Projekts (AOSP) wie LinageOS zu verwenden.

Leider ist man auch in diesem Fall in der Praxis trotzdem oft dazu gezwungen das proprietäre Paket GSF von Google zu installieren, weil viele Programme dieses benötigen.

Ohne Anmeldung im Play-Store bei Google ist man aber trotzdem zumindest pseudonym unterwegs und kann die meiste Software über freie Alternativen wie FDroid und Aurora-Store installieren.

Nicht so bei der Corona Warn App. Diese beschwerte sich erst mal über fehlende Aktualität des Play-Stores obwohl dieser installiert (aber nicht konfiguriert und deaktiviert) ist.

Ich war also erst einmal nicht in der Lage die App auf einem solchen datensparsamen System zu verwenden. Das ist Schade, weil bei der App selbst vieles richtig gemacht wurde.

Richtig herausgefunden wo genau das Problem lag habe ich leider nicht. Nachdem der Play-Store in den Settings aktiviert aber immer noch nicht konfiguriert wurde tut die Software anscheinend erst einmal.

A few updates on Open Camping Map

Just in time to the upcomming SOTM 2019 conference I added a few new features to Open Camping Map.

Despite the fact, that the tagging of campgrounds did not improve that much since my first announcement of Open camping Map the new features will hopefully motivate more people to help with the enhancement of campsite tagging.

So what did I add?

Generally the changes are mostly about features not rendered in Standard tile layer or German Style.

At the moment this is mostly about the rendering of tourism=camp_pitch which is rendered in different colors depending on the type of pitch (generic, for tents or permanent residents only).

In addition to this I also added a Plug Symbol for nodes tagged amenity=power_supply.

If you like to have more on the ground icons feel free to post a feature request. I will promise that I will implement it for each additional campsite where it has been added recently by the person requesting the rendering 🙂

Ein paar Gedanken zum Thema Energiewende

Angesichts, der von Greta Thunberg angestoßenen #FridaysForFuture Bewegung bekommen auch Diskussionen über die Energiewende endlich wieder den Stellenwert, den sie angesichts der Lage, in der sich die Welt befindet auch haben sollten.

Insbesondere auf Twitter kommt dann aber immer schnell die Diskussion auf man möge doch auch Kernkraft als Teil der Lösung in Richtung nachhaltigere, decarbonisierte Gesellschaften begreifen.

Ein komplexes Thema, das man sicher nicht in einem Tweet beantworten kann. Ich halte den weiteren Ausbau von Kernenergie, bzw. im Falle Deutschlands den Wiedereinstieg in deren Nutzung, für einen Irrweg und möchte hier kurz in einer Form, wie es auf Twitter nicht möglich wäre erklären warum ich das so sehe.

Nehmen wir hierzu der Einfachheit halber mal an, dass es sowohl die Probleme mit der Endlagerung radioaktiven Mülls als auch die bei heutiger Reaktorsicherheit und heutigem Ausbau etwa alle 25 Jahre stattfindenden größeren Unfälle[1] nicht gäbe.

Des weiteren möchte ich kurz für diejenigen, die den Begriff nicht kennen erklären was Grundlast bedeutet und wie diese in einem konventionellen System der Erzeugung elektrischer Energie genutzt wurde.

Zunächst zur sogenannten Grundlast.

Aufgrund der Tatsache, dass der Bedarf elektrischer Energie tages- und jahreszeitlicher Schwankungen unterliegt und elektrische Energie bisher nicht in großen Mengen speicherbar ist unterteilt man diesen Bedarf in einem klassischen, zentralistischen Energiesystem in die sogenannte Grundlast, die immer benötigt wird und in die sogenannte Spitzenlast, die nur zu bestimmten Tageszeiten benötigt wird.

Früher gab es beispielsweise in Deutschland immer zur Mittagszeit einen erhöhten Bedarf an elektrischer Energie, weil hierzulande viele elektrische Herde und Backöfen verwendet werden. Heute ist das Dank der vielen bereits installierten Photovoltaikanlagen jedoch kaum noch der Fall.

Klassisch wurden Spitzenlasten durch flexibel zuschaltbare Pumpspeicherkraftwerke und Gaskraftwerke ausgeglichen. Die Grundlast lieferten Kohlekraftwerke, Kernkraftwerke und Laufwasserkraftwerke an Flüssen.

Zur Decarbonisierung dieses Systems könnte man nun natürlich ganz klassisch planwirtschaftlich weitere Atomanlagen bauen und versuchen die Gaskraftwerke vollständig durch Pumpspeicherkraftwerke zu ersetzen. Ziel erreicht. Bleibt lediglich kurz anzumerken, dass man für ein solches System nahezu zwangsläufig in die ebenfalls umstrittene Plutoniumwirtschaft einsteigen müsste, denn auch Kernbrennstoffe sind eine endliche Resource.

Während man den Kfz-Verkehr in einem solchen System durch Umstellung auf Elektrofahrzeuge noch halbwegs stemmen könnte gibt es jedoch ein weiteres Problem, dass dieses System nur schlecht lösen kann: Den Bedarf an Wärmeenergie.

Nun zum anderen, vollständig regenerativem Energiesystem, wie es Experten sich für die künftige Energieversorgung in Deutschland vorstellen.

Der bisher noch nicht erwähnte Strom aus Solar- und Windkraftanlagen hat einen prinzipbedingten Nachteil. Während der gefürchteten sogenannten Dunkelflaute, das sind in unseren Breiten windarme Nächte am Jahresbeginn, liefern diese im schlimmsten Fall keine elektrische Energie. Da jedoch auch in diese Zeiten Energie benötigt wird gibt es also nur zwei realistische Szenarios:

Entweder man verzichtet ganz auf diese Energiequellen oder man man sieht Maßnahmen vor diese Energiequellen (temporär) vollständig zu ersetzen.

Vollständig nachhaltig lassen sich erneuerbare Energien durch Generatoren ersetzen, deren Energie (in Zeiten mit viel Wind und Sonneneinstrahlung) aus vorher erzeugten gesammelten Quellen erzeugt wird. Die technisch vielversprechendste Methode für solche Generatoren stellt die Kombination aus Elektrolyse und Gasmotoren dar. Letztere können dezentral betrieben werden, sodass deren Abwärme ebenfalls sinnvollen Zwecken zugeführt werden kann. Logischerweise ergibt sich hier aufgrund physikalischer Eigenschaften ein etwas schlechterer Wirkungsgrad als bei der direkten Nutzung elektrischer Energie, aber auch das oben beschriebene herkömmliche Energiesystem erzeugte jede Menge Abwärme.

Diese Überlegungen führen mich zu meiner Eingangs erwähnten Ablehnung von Kernkraftwerken. Diese sind nämlich prinzipbedingt teuer, zentral und in ihrer Ausgangsleistung schlecht regelbar. Wind und Solarstorm ist hingegen preisgünstig und dezentral.

Deren prinzipbedingten Nachteil, der stark schwankenden Ausgangsleistung muss man zwangsweise mit ebenfalls dezentral aufgestellten Generatoren ausgleichen. Wie das gehen kann habe ich oben beschrieben.

Ein befreundeter Professor aus dem Studiengang Erneuerbare Energien der Hochschule Karlsruhe erklärt mir, dass zur Deckung der Höchstlast in der BRD von 80GW durch Gasmotoren etwa eine Investition von 16 Milliarden Euro notwendig ist[2]. Für den aus seiner und meiner Sicht unnötigen zusätzlichen Netzausbau rechnet man derzeit ca. 80 Milliarden Euro. Zum Vergleich: Das im Bau befindliche Kernkraftwerk Olkiluoto in Finnland wird im besten Fall ca. 9 Milliarden Euro kosten und im Vollastbetrieb ca. 1,6GW an elektrischer Leistung liefern[3].

Damit an dieser Stelle keine Missverständnisse aufkommen: Zum vollständigen Umbau unseres Energiesystems auf dieses System brächte man selbstverständlich nicht nur die Investition in Gasmotoren sondern müsste auch noch die restlichen 50% an elektrischer Energie, die derzeit noch aus Kernenergie und Kohlekraftwerken stammen aus Photovoltaik und Windkraft erzeugen.

Man sollte diese Kraftwerke sogar noch deutlich weiter ausbauen, denn mit dem erzeugten Gas lässt sich dezentral ein Teil der Wärme erzeugen, die immer noch den Großteil des Energiebedarfs hierzulande ausmacht und deren vollständige nachhaltige Erzeugung leider noch immer kein Konzept vollständig löst.

Fazit: Die vollständig nachhaltige Erzeugung aller benötigten elektrischen Energie ist ohne Kernkraftwerke möglich.

Die vollständig nachhaltige Erzeugung aller benötigten Primärenergie ist deutlich schwieriger. In letzterem Fall kann die dezentrale Kombination verschiedener Ansätze helfen. Solche Ansätze reichen von besserer Wärmedämmung an Gebäuden bis zur Nutzung von Erdwärme und Anlagen zur Kraft-Wärme-Kopplung. Die oben erwähnten Gasmotoren können jedoch problemlos Teil einer solchen Infrastruktur zur Erzeugung von Wärme sein.

Ich freue mich über Kommentare und Hinweise auf sachliche Fehler zu diesem Artikel auf Twitter oder auch per Email. Ich selbst war früher ebenfalls kein Kernkraftgegner aber ich sehe wirklich nicht wie uns diese Technologie bei der Aufgabe der Dekarbonisierung unserer Energieerzeugung helfen kann.

[1] Michael Sailer erklärt in Folge 14 des Alternativlos Podcasts, dass hier Theorie und Praxis atomarer Unfälle recht gut zusammen passen.
[2] Laut Aussage eines Ingenieurs von Caterpillar Energy Solutions kostet ein Generatormotor etwa 200 Euro pro Kilowatt elektrisch. Daraus errechnen sich die genannten 16 Milliarden Euro.
[3] Quelle sind die Daten aus der Wikipedia zum derzeit in Bau befindlichen Kraftwerk Olkiluoto

Announcing Open Camping Map

When I started mapping the then newly established backcountry campsites in the Black Forest back in 2017, I discovered, that the current mapping quality of campgrounds in Openstreetmap is actually quite poor. Unfortunately this situation did not improve that much since then.

Being active in OSM for more than 10 years now, I also know that improvements will only happen, when there is an appropriate special interest map which will help motivate people to improve tagging.

So here comes Open Camping Map!

It is provided in the hope, that it will help getting mappers to improve the tagging. There is a bugs section and an edit button besides the actual info about a particular site. The Map will likely be of interest also to camping enthusiasts just looking for a site in a particular area.

Some statistics about the current (bad) state of campsites in Openstreetmap. There are about 120000 camping and caravan sites in our database. About 35000 of them do not even have a name tag. Another 39000 of them do only have a name tag and nothing else. Thus about half of the campsite data in Openstreetmap is of no further value than drawing a (sometimes named) tent on a rendered map.

Wouldn’t it be nice to use Openstreetmap to locate a suitable campsite for your next bicycle or hiking trip or just for your ordinary summer camping holiday?

I do think so, thus lets start and improve the map.

This task is even suitable for armchair mappers as most of the campsites do have a website nowadays. Probably I should also think about adding this to StreetComplete or MapRoulette challenge.

Finally here are some issues I came about while coding this map:

  • Duplicating campsites as node and way ist not a good idea. Please map the area only.
  • Please add at least some contact data to make the data useful for potential customers of a site.
  • caravan only pitches inside a campsite should not to be tagged as caravan_site.camp_site=camp_pitch would be a better option.
  • I invented a tag called permanent_camping=yes,no,only as it is common on many sites in Germany, that people rent a pitch on a seasonal basis and do not move their caravan for years. There are even sites where this is the only option.

So where will I go from here. I intend to make the map multilingual and probably add more improvement on the next Karlsruhe Hack Weekend. I will be happy about further suggestions for improvements or (even better) patches.

The backend is based on PostGIS and Imposm and the associated configuration is also available at GitHub. It is likely suitable for other POI maps. Thus feel free to contact me if you like to build one! The most easy frontend for such a map will likely be uMap.

Happy campsite mapping!